Wie im ersten Teil unseres Reiseberichts über Lanzarote angekündigt, möchten wir euch die 10 Tipps, die wir in den letzten Jahren beim Fliegen mit Handgepäck sammeln durften, mit euch teilen. Warum? Ganz einfach: Fliegen mit Handgepäck ist gerade bei Kurzstrecken, beziehungsweise Mittelstreckenflügen mit einem geringeren Aufenthalt als fünf Tage eine gute Alternative, die euch bares Geld sparen lässt! Aber lest selbst:

Warum überhaupt nur mit Handgepäck fliegen?

10 TippsZunächst klingt es verrückt: Auf große Koffer und damit nahezu unendliche Möglichkeiten an Gepäck verzichten? Nein, das wollen mit Sicherheit viele nicht und ich kann euch an dieser Stelle beruhigen. Bei den meisten Airlines ist ein Gepäckstück pro Person im Flugpreis inbegriffen. Gerade die günstigeren Airlines, wie beispielsweise Ryanair, verzichten allerdings darauf, Gepäckstücke in den Preis mit einzuberechnen, was unter anderem zu den oftmals unschlagbaren Preisen führt. Wer kann schon behaupten, bereits für 45 Euro pro Person, Hin- und Rückflug nach Lanzarote geflogen zu sein? Oder für unter 10 Euro pro Person nach London? Das geht nur, wenn an einigen Ecken und Kanten gesparrt wird – eben auch auf der Seite des Gepäcks.

Theoretisch könnt ihr jederzeit ein Gepäckstück gegen Aufpreis dazu buchen. Wir raten euch allerdings, bei Aufenthalten von bis zu fünf Tagen mit Handgepäck zu reisen, um Geld zu sparen, das ihr in eurem Urlaub selbst besser ausgeben könnt. Damit das Packen auch klappt, haben wir die 10 wichtigsten Tipps für euch.

Achtung: Bedingungen beim Fliegen mit Handgepäck

Zugegeben: Alles darf man im Handgepäck nicht mitnehmen. Ihr müsst auf scharfe Gegenstände, die theoretisch als Waffen denkbar sind, wie beispielsweise Korkenzieher, Taschenmesser, Rasierer usw. verzichten. Flüssigkeiten müssen entsprechend der Mitnahmeregelungen in verschließbare Plastikbeutel gepackt werden. Getränke darf man, so oder so, am Flughafen nicht durch die Sicherheitskontrolle mitnehmen. Wenn ihr diese ersten Richtlinien beherzigt, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen!

10 Tipps: Fliegen mit Handgepäck leicht gemacht

  1. Kaufe dir einen Koffer, der perfekt in die Maße des Fluganbieters passt. Zugegeben: Dieser Tipp klingt auf den ersten Blick etwas widersinnig, ging es nicht darum, Geld zu sparen? Ja, aber solltest du dir in der Zukunft überlegen, öfter nur mit Handgepäck zu fliegen, kannst du den dir zugestandenen Platz perfekt ausnutzen. Am besten schaust du auf die Webseite der Airline, mit der du nur mit Handgepäck fliegen willst, und recherchierst die Maße. Bei Ryanair dürft ihr beispielsweise ein Handgepäckstück mitnehmen, das die Abmessungen 55 x 40 x 20 cm nicht überschreitet. Ihr könnt’s natürlich drauf anlegen: Bei den letzten fünf Reisen mit Handgepäck haben wir immer wieder erlebt, dass größere Gepäckstücke akzeptiert wurden. Schlimmstenfalls werdet ihr allerdings aufgefordert, den Koffer aufzugeben, was mächtig auf den Geldbeutel schlägt. Euer Handgepäck darf außerdem nicht mehr als 10 Kilo wiegen. Zusatztipp: Ryanair erlaubt euch, neben dem Handgepäck noch eine kleine Tasche (35 x 20 x 20 cm) mitzunehmen. Das solltet ihr, um die maximale Kapazität auszunutzen, auch tun! Hier könnt ihr beispielsweise nicht nur das Buch verstauen, das ihr während des Fluges lesen wollt, sondern auch alle Reiseunterlagen unterbringen sowie Wertgegenstände.
  2. Stellt euch, bevor ihr packt, die wichtigsten Fragen, um auszusortieren. Wer in den Urlaub fährt, der möchte oft, egal ob die Reise nur zwei Tage oder drei Wochen andauern soll, so viel mitnehmen, wie möglich, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Geschätzt 50% der Klamotten, die damit im Koffer landen, werden am Ende allerdings nicht gebraucht und landen, weil zerknittert und doch ein bisschen muffig, eigentlich ohne Grund in der Wäsche. Fragt euch deswegen selbst vorher: Was für eine Art Reise soll es werden? Wie lange sind wir unterwegs und was möchten wir machen? Wie sind eure Pläne? Wollt ihr wandern? Dann solltet ihr unbedingt daran denken eine Wanderhose mitzunehmen. Wird das Wetter schlecht, soll es möglicherweise sogar regnen? Die Regensachen nicht vergessen. Wie viel Grad sollen es werden? Wollt ihr im Innenbereich des Hotels frühstücken oder draußen?  Welche Jahreszeit ist gerade? Stellt ihr euch diese Fragen selbst und vor allem ehrlich, könnt ihr erkennen, dass ihr vieles nicht einzupacken braucht. Ein Beispiel: Im Vorfeld unserer Lanzarote-Reise wussten wir, dass es dort sehr windig werden kann und dann sind selbst an die 20 Grad nicht sonderlich warm. Deswegen haben wir uns für 3 Tage pro Person 2 Shirts eingepackt, allerdings auch 2 dicke Pullover. Der Vorteil: Die Pullover konnten wir auf dem Hinflug schon tragen, denn der Temperaturunterschied lag locker bei 22 Grad.
  3. Fragt euch: Was kann ich vorher schon tragen und was muss in den Koffer? Gerade, wenn die Temperaturunterschiede zwischen eurer Heimat und dem Reiseziel sehr groß sind, solltet ihr euch dementsprechend ankleiden. In unserem Fall bedeutete das, Minusgrade in Deutschland und knappe 20 Grad auf Lanzarote. Wir haben uns jetzt nicht mega-dick eingepackt, weil wir natürlich auch nicht in zehnfacher Klamottenlage im Flugzeug sitzen wollten. Aber es zeigt euch: Plant, wann ihr was tragen wollt und setzt euch damit auseinander. Es ist generell sinnvoll, sich in der beliebten Zwiebel-Optik zu kleiden, so seid ihr euch nicht nur sicher, dass euch im Falle eines urplötzlichen Kälteeinbruchs warm ist, ihr habt auch noch eine relativ große Auswahl an Klamotten bei euch.
  4. Faltet eure Klamotten nicht, sondern rollt sie! Selbst wenn ihr euch in der Klamottenauswahl beschränkt, der Platz für die Klamotten wird begrenzt sein. Und jeder kennt das Problem: Man hat sich für eine Kleiderauswahl entschieden und sie passt dennoch nicht in den Koffer. Reist ihr mit Handgepäck, müsst ihr ganz besonders klug packen. Wir empfehlen euch, eure Klamotten nicht zu falten, so wie ihr es machen würdet, wenn ihr sie in den Schrank räumt, sondern zu rollen. Das hat den Vorteil, dass eure Klamotten auf der einen Seite weniger geknickt werden und ihr könnt viel platzsparender Packen.
  5. Überlegt euch, welche Schuhe ihr wirklich braucht. Und fliegt mit dem schwersten Paar an den Füßen. Generell: Ihr braucht weniger Schuhe, als ihr denkt. Falls ihr wandern wollt, bietet es sich an, in den (leichten) Wanderschuhen zu fliegen. Ein Paar Turnschuhe und Sandalen oder leichte andere Schuhe lassen sich am Ende noch auf die Klamotten packen. Bedenkt allerdings, dass ihr nur 10kg Gewicht mitnehmen dürft … Also: Mut zum Verzicht auf eine ausgiebige Schuhauswahl!
  6. Duschgel vom Hotel nutzen, Shampoo in kleinen Verpackungen und Make-Up, das gleichzeitig Sonnenlichtschutzfaktor hat. Auch bei der Auswahl der Kosmetika müsst ihr euch einschränken. Ihr dürft nur das mitnehmen, was ihr in einen kleinen Plastikbeutel bekommt und es dürfen vor allem keine Flüssigkeiten dabei sein, die mehr als 100ml umfassen. Das bedeutet für euch: Geht vor der Reise in der Drogerie shoppen! Es gibt alle Dinge, die ihr braucht auch in kleineren Verpackungen. Zwar sind diese – relativ- teuer, allerdings könnt ihr so sicher sein, auch die Marken und Produkte zu haben, die ihr braucht. Duschgel – und das sage ich, obwohl ich eine sehr empfindliche Haut habe – benutze ich allerdings immer vom Hotel. Meist ist es sanft genug für meine Haus und ich kann somit mindestens 20 Gramm oder mehr sparen.
  7. Auf Nagelfeilen und Rasierer verzichten. Oder vor Ort kaufen. Sicher: Ihr könnt riskieren und euren teuren Rasierer mitnehmen. Aber oftmals wird dieser bei der Sicherheitskontrolle aussortiert und man ärgert sich zunehmend. Es bietet sich eher an, am Urlaubsort in einem Supermarkt vorbeizuschauen und einen Einmalrasierer zu kaufen – gerade für die Männerwelt sollte dies eine gute Alternative sein. Die Mitnahme von Nagelfeilen ist ein ebenso heikles Thema. Wir haben es zwar schon selbst ausprobiert und unsere Nagelfeile mitgenommen, allerdings ist das nicht zu empfehlen. In vielen, gerade besseren Hotels, gibt’s eine kleine Nagelfeile im Badezimmer, die ihr benutzen könnt. Ansonsten gilt auch hier: Investiert ein bis zwei Euro im Supermarkt und kauft euch vor Ort eine, die ihr, bei Bedarf benutzen könnt.
  8. Plant vorher, wie viel ihr vor Ort kaufen möchtet! Sicherlich: Ein Kurzurlaub kann auch zum Shoppen genutzt werden. Ihr solltet allerdings vorher einplanen, wie viel ihr einkaufen möchtet und vor allem was. Nur Klamotten? Dann lasst genügend Platz im Koffer, sodass diese auch noch hineinpassen. Vielleicht Schuhe oder sogar Souvenirs? Die haben Gewicht! Nehmt euch deshalb bestenfalls eine Kofferwage mit, damit ihr auch bei Abreise wieder wiegen könnt, ob ihr nicht vielleicht doch über die 10 kg hinweg seid ;-).
  9. Wenn ihr mit zwei Personen reist, bietet es sich an, einen Koffer als Handgepäck zu nehmen und einen flexibleren Rucksack. Der Grund? So könnt ihr eure wichtigen Dinge in den Koffer packen, die Dinge, die ihr flexibler braucht in den Rucksack und ihr habt sogar noch einen Rucksack für Tagestouren dabei! In den Rucksack könnt ihr beispielsweise auch Schuhe räumen, die im Koffer nur sehr sperrig wären und auch sämtliche Souvenirs, die ihr so einkauft. Aber Achtung: Natürlich gilt auch für einen Rucksack die 10kg Grenze!
  10. Einkäufe im Duty-Free-Shop zählen oft nicht mit. Ihr habt eingecheckt und wolltet eigentlich noch im Duty-Free-Shop zuschlagen? Bei vielen Flughafen könnt ihr das, denn eine Tragetasche pro Person ist oftmals extra erlaubt. Fragt aber bestenfalls im Duty-Free nach, ob es wirklich so ist 😉

Wir hoffen, dass die Tipps euch helfen und ihr schon bald eure Reise mit Handgepäck ohne Stress antreten könnt. Seid ihr schon mal nur mit Handgepäck gereist und habt vielleicht sogar ganz andere Tipps für uns? Wir sind gespannt!

Written by Hilke-GesaBussmann

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